ERSCHEINT IM OKTOBER!

 

1974 Neunzehnhundertvierundsiebzig

Autorin: Silvia Dierkes

 

Hardcover mit Halbleinen
17 x 24 cm
64 Seiten in Farbe

ISBN 978-3-946642-98-5

22,00 €

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An die 70er Jahre denkt man(n) vielleicht nicht im ersten Moment, wenn man sich an historische
Meilensteine der Frauen(rechts)bewegung erinnern möchte.
Da strahlt das feministische Aufbegehren der goldenen Zwanziger stärker. Oder man denkt
gar nicht so weit zurück, sondern einfach an die letzten Jahre, in denen Feminismus wieder
größer geschrieben wurde, mit #metoo weltweit Frauen für ihre Rechte auf die Barrikaden
gingen und auch in der (Comic-)Literatur viele mutige Bücher über das Frau-Sein an sich erschienen.
Anfang der 70er Jahre konnten sich Frauen zumindest glücklich schätzen, dass ihre Vorkämpferinnen das Wahlrecht erstritten hatten, aber im Häuslichen, also im Ehe- und Familienrecht waren sie nicht im geringsten gleichgestellt.
Der ehelichen Lebensgemeinschaft, der sogenannten „Hausfrauenehe“ lag eine feste Arbeits- und Rollenverteilung zu Grunde mit dem Mann als „Haushaltsvorstand“, Namensgeber und Alleinverdiener, wonach er in der Regel für den finanziellen Unterhalt der Familie zuständig war.
Über das Haushaltsgeld wurde Buch geführt und was Frauen verdienten, galt bestenfalls als nettes
Extra, zählte aber nicht wirklich.
Sie waren fürs Kinderkriegen, Saubermachen und Kochen zuständig.


Und so ergeht es auch Rita, der Hauptperson in dem feinfühligen Comic-Debut von Silvia Dierkes.
Die Geschichte beginnt 1970, Rita und Günther haben eine kleine Tochter bekommen und Rita
„funktioniert” noch ohne Murren als Haus-, Ehefrau und Mutter. Wenige Jahre später, als die Kleine in den Kindergarten kommt, regt sich aber bei Rita zaghafter Widerstand gegen die eingespielte Rollenverteilung und auch gegen einen Ehemann, der es sich bequem eingerichtet hat in
seiner Rolle und so gar kein Verständnis für ihr Streben nach Selbstverwirklichung hat. Außerdem, sollen die Nachbarn denken, er verdiene nicht genug, wenn Rita arbeiten geht?
Die Zeiten ändern sich (zum Glück!?), das erfahren wir auch durch die zuweilen in die Bilder fließenden Nachrichten aus dem Fernseher. 1975 hat sich Rita tatsächlich erkämpft, dass sie
einer Arbeit nachgehen kann, auch wenn Günther nach wie vor meckert und die Kulisse der
biederen Kleinfamilienwohnung mit lieblicher Blümchentapete und liebevoll gestalteter Details
immer dieselbe bleibt.
Im Anhang hat Silvia DIerkes die politischen Frauenrechts-Meilensteine der 70er nochmals in Textform zusammengefasst.